Ein „Tag der offenen Tür“ will Gäste in der Regel dazu animieren, eines schönen Tages zurückzukehren. Der hier war anders: Huckardes dem Abriss geweihte Gilden-Grundschule nämlich lud am 22. Juli, wenn man so will, zum allerletzten Tango.
Zwei Stunden lang öffneten sich noch einmal die Türen, durch die jahrzehntelang Kinder, Jugendliche und Kollegiumsmitglieder geströmt waren. Die Erinnerungen auffrischen durften die „Ehemaligen“ dabei in beinahe allen Gebäudeteilen, die einzige Ausnahme bildete der baufällige Trakt, welcher der früheren Haupt- und Grundschule vor den Sommerferien das Aus beschert hatte.
Und diese Chance, sich von der ehemaligen Wirkungsstätte noch einmal zu verabschieden, ergriffen jede Menge Ex-Schüler*innen beim Schopf: Einzeln, pärchenweise oder in kleinen Gruppen taucht das Publikum im Eingangsbereich auf, zieht versonnen blickend durch die Gänge und verdrückt sich mitunter durchaus auch das eine oder andere Tränchen.
„Gänsehaut pur“ habe man, fasst es etwa eine „Mädelstruppe“ der Entlassjahrgänge 1986 und ’87 zusammen, die sich bis heute ein paarmal pro Jahr wiedersieht. Aber plötzlich noch einmal mitten in der alten Wirkungsstätte zu stehen: Das hat dann offenkundig nochmal eine ganz besondere Wirkung. „Verstecken spielen, erster Kuss, erste Zigarette“, hängt ein Mitglied des siebenköpfigen Trüppchens den Erinnerungen nach, während sie den Kopf dreht: „Alles hier passiert!“
Und was passiert, wenn man sich heute trifft? „Entweder reden wir über Krankheiten oder von früher“, muss sie bei ihrer kurzen Zusammenfassung selbst lachen. Wie tief die Verbindung zur alten Schule aber wirklich reicht, wird dann nicht zuletzt dadurch deutlich, dass die Gruppe einer verstorbenen Lehrerin bis heute Blümchen aufs Grab legt. Nur bei der Frage nach den Jungs weht der Wind plötzlich aus einer anderen Richtung. „Unsere Männer sind zu Hause“, erläutert eine der sieben. Okay … gemeint waren aber vielmehr die Klassenkameraden von einst. „Ach sooo“, tönt es gleich von mehreren Seiten. „Na, keine Ahnung. Aber ehrlich, als reine Mädchentruppe macht’s auch viel mehr Spaß.“
Und so sind die nächsten Treffen schon anberaumt und sogar eine 80er-Mottoparty ins Visier genommen. Nur „der Ort, wo alles begann“: Der wird halt ab dem zweiten Halbjahr 2027 endgültig Geschichte sein. Wer am 22.7. die Blicke nicht nur der Mädels-Gang, sondern so ziemlich aller Gäste unterschiedlichsten Alters auffing, musste nicht lange fragen, welche Gefühle der entsprechende Beschluss bei jeder Menge Huckarder ausgelöst hat.
















