Der Kalender von Kirchlindes Narrenzuft Blau-Gold kreist Jahr für Jahr um die beiden größten Ereignisse: Den Kinderkarneval in der Aula des Kirchlinder Schulzentrums und – meistens knapp davor – die Weiberfastnachts-Sause in Huckardes „Alter Schmiede“.
Am 12. Februar ging’s am Hülshof mal wieder rund, und das Weiberfastnacht naturgemäß zwischen Werktagen eingeklemmt ist, konnte das Partyvolk aus Huckarde und Umgebung augenscheinlich kaum schrecken. An einem gab’s dabei wirklich keinen Zweifel: Der ganze Saal hatte „Bock auf Feiern“. Paritätisch besetzt allerdings waren die Stuhlreihen an diesem besonderen Datum eher nicht: Bei rund 20 % dürfte sich der Männeranteil letztlich eingependelt haben.
Zu sehen bekam das Publikum brutto fast vier Stunden Programm, bei dem sich die offenbar bestens vernetzten Gastgeber tatkräftiger und leidenschaftlicher Unterstützung aus der näheren und mittleren Umgebung sicher sein durften. Die kam etwa von den „Volmefunken“ aus Hagen-Haspe, die einer energiegeladene Tanz-Performance auf die Bretter legten. Und was die Tanzgarde vom TuS Henrichenburg in Huckarde ablieferte, genügte höchsten Ansprüchen und ließ die Gäste vehement nach einer Zugabe rufen. Das Männerballett wiederum – angereist clevererweise im geräumigen „Sambabus“ glänzte nicht zuletzt, indem es „Hippie-Vibes“ in die Halle holte.
Aber auch Lokalmatadoren hatten die Kirchlinder am Start: Das Trommlerkorps „Gut Klang“ in deutlich anderer Garderobe als gewohnt, oder auch das vereinseigene Ü15-Gardetrio. Aimee, Emily und Lina performten nicht nur, sondern hatten in den Monaten zuvor eigenverantwortlich trainiert und ihre Choreo entwickelt. Präsidentin Vivien Greve blutete daher das Herz beim Gedanken, dass die drei wegen Mehrbelastung im Studium bzw. auf der Schule aktuell ihre allerletzte Session abliefern könnten – ein wenig lebt allerdings lebt offenbar noch die Hoffnung, sie halten zu können.
Zwischendurch wurde ein paarmal die Tanzfläche freigegeben – und da war nix mit westfälischer Zurückhaltung, auf den Stühlen hielt es nämlich nur die Wenigsten. Bei den Polonäsen sah es nicht anders aus, und so sauste der Abend in flottem Tempo dahin. Womöglich viel zu schnell, wie es ja meistens ist, wenn man Spaß hat. Und so blieb den Gästen auf der Heimfahrt abgesehen von den schönen Erinnerungen an die Karnevals-Sause womöglich vor allem der Trost, dass bekanntlich erst am Aschermittwoch alles vorbei ist.

















