Gäbe es den Vatertag nicht, die Bollerwagenproduktion hierzulande würde ziemlich sicher kollabieren. Einmal jährlich aber zählen beim Fortbewegungsmittel nicht Hubraum und Klimaanlage, sondern – sagen wir mal – Fassungsvermögen und Dezibel. Allerdings inklusive Nebenwirkungen, und genau deswegen haben sich die Organisatoren des Lütgendortmunder Wiesenfestes dazu durchgerungen, ihren jährlichen Bollerwagen-Cup aus dem Programm zu nehmen.
„Weil“, wie der Gartenvereins-Vorsitzende Matthias Reppert erläutert, „wir halt eine Party für die ganze Familie organisieren wollen.“ Und das gestaltete sich in den letzten Jahren ein bisschen schwierig, wenn sich vor dem „Waldschlösschen“ nahe der Dellwiger Straße ein getunetes Wägelchen an das andere reihte. Weshalb der Gartenverein Lütgendortmund-Nord dann 2024 auch Nägel mit Köpfen machte und zudem als zweite Maßnahme Schnäpse jeglicher Art von der Getränkekarte strich. So ist dann alles angerichtet für ein Fest für Jung und Alt, das schon seit unglaublichen vier Jahrzehnten im Mai in Lüdo für Partyflair sorgt. Eine volle Wiese ist dem Orga-Team dabei, sofern es nicht aus Eimern schüttet, ganz und gar sicher. Auch in diesem Jahr herrschte wieder jede Menge Betrieb am Waldschlösschen, und anders als bei so manchem anderen hiesigen Open-Air-Event ließen sich die Gäste zur Musik von DJ Michael Meyer nicht lange bitten, die Tanzfläche zu entern. Den Nachwuchs wiederum zog es selbstverständlich auf Hüpfburg und Spielgeräte, auf denen sich mitten im Grünen und fern von Krach und Straßenverkehr umso entspannter herumtoben lässt.
Heruntergefahren wird die Soundanlage am Waldschlösschen um 20 Uhr, aber Schluss ist für viele Stammgäste dann noch lange nicht: Schließlich ist nur einmal jährlich Wiesenfest, und das steht im Party-Ranking nun einmal ziemlich weit oben. Ob nun mit oder ohne Bollerwagen.

















