Kein Gespräch über die Zukunft Lütgendortmunds kam in den letzten Jahren ohne dieses Thema aus: Nachdrücklicher als die verfallene Konze-Immobilie konnte ein Gebäude das Bild eines Ortskerns kaum beeinflussen. Seitdem dann vor einigen Monaten erste Gerüchte die Runde machten, es könne sich tatsächlich endlich etwas tun am Heinrich-Sondermann-Platz, schwankten die Lütgendortmunder*innen zwischen Hoffnung und Skepsis:
Immerhin rottet der Komplex mittlerweile seit dreieinhalb Jahren vor sich hin, nachdem Investor Rüdiger Pinno im Zuge der Pandemie sowohl seine Umbau-Pläne als auch die eigene Firma beerdigen musste.
Seit einer knappen Woche aber ist klar: Es gibt tatsächlich weit mehr als nur einen Silberstreif am Lüdo-Horizont. Wolfgang Erbach heißt der Mann, der das Areal im Ortskern zu neuem Leben erwecken will. Unbekannt ist der Immobilienunternehmer aus Welver in Dortmund nicht, realisierte er doch vor einigen Jahren beispielsweise das Aplerbecker Rodenberg-Center. Dass das Lütgendortmund-Projekt jetzt mit „Tabula Rasa“, also dem Abriss der bestehenden Ruine beginnt, dürften viele Einheimische mit Aufatmen zur Kenntnis nehmen. Anschließend hat Erbach zwischen Markt und rund 3.300 m2 Wohn- und 1600 m2 Gewerbefläche geplant. Diese werden, wie Bezirksbürgermeister Andreas Lieven unterdessen wissen ließ, letztendlich mit ziemlicher Sicherheit durch einen Drogerie-Markt genutzt werden.
Einen geschlossenen Baukörper soll es zwischen Marktplatz und Sparkasse künftig übrigens nicht mehr geben, stattdessen wird ein Gebäude-Ensemble mit gestaffelten Höhen entstehen, in dessen Mitte ein 800 m2 großer Innenhof vorgesehen ist. Was Pendler, eingefleischte Lütgendortmunder*innen und örtliche Sparkassen-Kunden außerdem aufatmen lassen dürfte: Der Bauantrag sieht eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen vor.
In ersten Stellungnahmen zeigten sich sowohl Andreas Lieven als auch Heiko Brankamp erleichtert über das glückliche Ende dieser (vermeintlich) „unendlichen“ Lütgendortmunder Geschichte. Beide zeigten sich zuverlässig, dass vom fertiggestellten Bauprojekt anschließend Fußgängerzone und Wochenmarkt wie auch der Ortskern allgemein profitieren dürften.
Mit den auf etwa drei Monate anberaumten Abbrucharbeiten will Wolfgang Erbach beginnen, sobald die Baugenehmigung erteilt ist. In tadellosem Zustand dürfte sich der Lüdo-Ortskern am Heinrich-Sondermann-Platz jedoch erst wieder im Laufe des Jahres 2028, denn bis zu zwei Jahre Bauzeit scheinen eine realistische Einschätzung zu sein.
Das wiederum dürfte im Ort eher als kleiner Wermutstropfen gesehen werden: Immerhin kann Lütgendortmund endlich wieder nach vorne schauen, gehört die Frage „Wann kommt dieser Schandfleck bloß endlich weg?“ doch ab sofort tatsächlich der Vergangenheit an.

















