Den Anspruch auf einen Thron bekommt man für gewöhnlich entweder mit der Geburt oder durch Heirat. Es sei denn, wir reden von der „fünften Jahreszeit“: Hier entscheidet sich bekanntlich Session für Session neu, wer das närrische Zepter schwingen, Hof halten und sich ggf. um die Krawatte des Bürgermeisters kümmern darf.
Lüdos KG „Kiek es drin“ ist der traditionsreichste aller Dortmunder Karnevalsgesellschaften, und so ist es nur konsequent, dass mit Leon II. und Lia I. im Jahre 2026 zwei Vereinsmitglieder das Kinderprinzenpaar bilden.
Während die Vorbereitung der beiden auf die anstehenden Aufgaben eher übersichtlich daherkommt, hat es ihr wöchentliches Pensum ganz schön in sich, wie das Duo am Rande des Kinderkarnevals in der Heinrich-Böll-Gesamtschule verriet. Zweimal habe man sich, verrät Lia, zu Sessionsbeginn im Kulturhaus getroffen, um sicherzustellen, dass die Proklamationsreden auch richtig „sitzen“. Dazu noch eine Kostümprobe – und schon ging’s los. 30 Stunden pro Woche für die royalen Pflichten allerdings sind seither fast schon das Minimum. „120 Auftritte“, ergänzt „Terminplanerin“ Roswita Buchholz mit viel Wertschätzung in der Stimme, „absolvieren die beiden bis Veilchendienstag insgesamt“.
Wirklich erschöpft wirken Leon und Lia trotzdem nicht, was sicherlich auch einiges damit zu tun hat, dass Karneval quasi Teil ihrer DNA ist. „Seitdem ich sechs bin“, mischt Prinz Leon aktiv in der fünften Jahreszeit mit, und KG-Vereinsmitglied wurde er sogar bereits drei Jahre zuvor. Und Lia? „Soweit ich weiß“, kommt die prompte Antwort, „bin ich direkt nach meiner Geburt angemeldet worden“.
Da überrascht’s dann auch kaum noch, dass die beiden mit großer Lockerheit auf ihr strammes Pensum blicken. „Ich falle abends längst nicht immer direkt ins Bett, manchmal bleibe ich auch noch ein paar Stunden auf“, unterstreicht etwa die diesjährige Prinzessin. Und was macht an diesen sehr besonderen Wochen in Leons und Lias Leben nun also den allergrößten Spaß? „Eigentlich, dass man kleine Kinder zum Lachen bringen kann“, überlegt Leon. „Dass man in all diese begeisterten Gesichter sieht und für gute Laune sorgt“. „Und“, fällt Lia noch ein ganz anderer Aspekt ein, „die Fahrten im Bus.“ Ehrlich? „Ehrlich! Wenn man zu einem Termin fährt und die Musik aufgedreht wird, und der ganze Bus hat gute Laune: Das ist einfach klasse!“

















