Unerwartete kulturelle Schätze zu heben, macht doch immer wieder Spaß. Am 13. November lud das St.-Laurentius-Gemeindehaus in Marten zum dritten Mal in diesem Herbst zu ihrer „Melange“ ein, die diesmal mit mehreren Schuss Humor angereichert wurde.
In „Blut ist dicker als Wasser“ nahmen sich Martin Bross und Caroline Keufen auf der Bühne des Thriller-Altmeisters Edgar Wallace und insbesondere seines Bestsellers „Das indische Tuch“ an. Das alles so wertschätzend, dass auch Nostalgie-Fans auf ihre Kosten kamen, zugleich aber mit jeder Menge Spaß an Verfremdung und Persiflage. Die natürlich u. a. in den Momenten besonders gut zündete, wenn Martin Bross sein parodistisches Talent in die Waagschale werfen konnte: Wer beispielsweise Tonfall und Mimik des legendären Klaus Kinski detailgetreu hinbekommt, dem hängt das Publikum hierzulande für gewöhnlich an den Lippen.
Ohnehin lebte das Stück nicht zuletzt auch von Improvisations-Momenten, in denen das Schauspielduo den direkten Kontakt zu seinen Gästen suchte. All das kulminierte dann im furiosen Finale der Besprechung einiger durch die Zuschauer*innen abgegebenen „Täter-Tipps“ und anschließender Verlosung einer – na klar – Edgar-Wallace-DVD an einen glücklichen Gewinner.
Auf seine Kosten kam aber nicht nur der: Vielmehr war ob der Spielfreude und Spontaneität der beiden Akteure der ganze Saal durchgehend begeistert von dem, was ihm da serviert wurde.
Apropos: Beim gastronomischen Angebot schaltete das Martener Orga-Team erstmals einen Gang nach oben und setzte neben „Schnittchen“ auch „Currywurst“ auf die Speisekarte.
Obgleich also für die durch „Melange“ und den Initiator Thomas Eicher vorgeführten Stücke ohnehin immer ein gewisses Qualitäts-Versprechen gilt: Dieser Abend im St.-Laurentius-Gemeindehaus, so die einhellige Meinung auf Gästeseite, hatte sich wirklich gelohnt.

















