Wer Reinhard Sack und Günter Eustrup sind, muss in Lütgendortmund nun wirklich absolut niemandem mehr erklärt werden: Diesen Teil der Geschichte kann man also guten Gewissens überspringen. Doch auch für die beiden unermüdlichen Lüdo-Dynamos sind „Ruhestand“ und „kürzertreten“ mehr als bloße Worte. Weswegen die beiden Kapitäne dann auch zum Jahreswechsel tatsächlich ihre Plätze auf der Kommandobrücke der örtlichen Tafel-Filiale freigemacht haben.
Vor gut drei Jahren waren – einmal mehr – sie es gewesen, die den gesellschaftlichen Motor auf Betriebstemperatur gebracht und im Stadtteil eine eigene Lebensmittel-Ausgabestelle verankert hatten. Überaus erfreulich in diesem Zusammenhang, dass die beiden keine Einzelkämpfer blieben. Ganz im Gegenteil: Auf so vielen Schultern wie in Lütgendortmund sind die anfallenden Tafel-Aufgaben im Stadtgebiet nirgendwo sonst verteilt.
Die zwei Chefs allerdings, die waren seither jeden Freitag vor Ort. Immer ab halb Acht wohlgemerkt, und bis nach der Mittagsstunde. Nun also gönnen sie sich beide ein wenig mehr Muße. Lange akquirieren wiederum mussten sie vorher nicht, bis die Nachfolge organisiert war.
Die verteilt sich nun auf zwei Teams mit je einem Leitungsduo. Im Wechsel schmeißen seit Januar nämlich Jürgen Titze und Wolfgang Fischer bzw. das Ehepaar Christiane und Bernd Rauschenbach den Laden. Sie alle vier sind im St-Magdalena-Pfarrhaus Mitstreiter der ersten Stunde und brauchten von daher keine grundlegende Einarbeitung in die Abläufe. Anzueignen galt es sich also einzig Regularien wie die Kontrolle der Ausweise, die Hygiene-Vorschriften usw. Was die Hygiene-Schulungen der kompletten Belegschaft mitsamt ihren detaillierten Auflagen angeht, bleibt Günter Eustrup übrigens einstweilen noch an Bord. Und auch der Kontakt-Aufbau mit möglichen Sponsoren liegt weiterhin in der Hand des „Netzwerk-Routiniers“, während Reinhard Sack sich nach wie vor um die Kommunikation mit der Tafel-Zentrale kümmern wird.
Lüdos Tafel-Betrieb steht also nach wie vor auf einem grundsoliden Fundament. Was natürlich nicht heißt, dass man aufhören könnte, die Trommel zu rühren. Wer also Lust hat, Teil der umtriebigen Lütgendortmunder Truppe anzugehören: Einfach mal freitags am Gemeindehaus St. Magdalena vorbeikommen und reinschnuppern. Jedes Mal dabei sein müssen ehrenamtliche Helfer*innen letztlich nicht, die Crew von der Limbecker Straße freut sich nämlich auch über vierzehntägige oder monatliche Unterstützung. Und was die Startzeit angeht, stellt Günter Eustrup nach kurzem Überlegen klar, „reicht eigentlich auch 7.45 Uhr“.

















