Seit vielen Jahren nehmen sich Schülerinnen und Schüler der Kirchlinder Droste-Hülshoff-Realschule der Pflege einiger örtlicher Stolpersteine an. Die dort verewigten Regime-Opfer sind insbesondere für die Mitglieder der schulischen „AG gegen rechts“ viel mehr als nur Namen, gibt die Ausstellung „Weil Hannelore jüdisch war …“ doch detaillierte Auskunft über Lebensgeschichte und Schicksal der Familie Hayum.
Die sorgfältig und mit einigem Aufwand konzipierte Ausstellung wirkt von Beginn an deutlich über die Schulgrenzen hinaus und motiviert immer wieder Gruppen aus dem In- und Ausland zum Besuch. In diesen Fällen sind es dann grundsätzlich die Schüler*innen selbst, die ihren Gästen die einzelnen Stationen näherbringen und in Zusammenhang stellen. Dabei begleiten die Neulinge aus Lernzwecken zunächst die „älteren Hasen“ mehrmals bei ihren Einsätzen, bis sich „Selbsterprobungen“ und eigenständige Führungen anschließen.
Mitte November hatte sich mal wieder Besuch angesagt, und die „Omas gegen rechts“ lauschten aufmerksam den Ausführungen: Schließlich zieht man in den Zielen mit der Schul-AG gemeinsam an einem Strang. Auch die „Omas“ allerdings durften einige für sie neue Informationen mit nach Hause nehmen, dokumentiert die DHR-Ausstellung den Rassismus der Nazis doch anhand vieler Zahlen und Daten. Und wie es aussieht, könnte sich aus der Stippvisite am Sumbecks Holz sogar eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen Jung und Älter ergeben: Gemeinsam möchte man an Formaten und Aktionen zur Demokratie-Erziehung arbeiten.
Die nächste Führung ist übrigens schon in trockenen Tüchern: Am 30. Januar wird sich eine Besuchsgruppe der Mengeder Jeannette-Wolf-Schule sowohl vom landesweiten Antisemitismus als auch dem vor der eigenen Haustür im sog. „3. Reich“ berichten lassen.
Und bereits am 27.1. steht anlässlich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz erneut die Reinigung der Kirchlinder Stolpersteine an der Heckelbeckstraße auf dem Plan.

















