Die Sportwelt Dortmund plant die Einführung eines digitalen Parksystems am Hallenbad Lütgendortmund. Der Parkplatz an der Volksgartenstraße 80 soll damit neu organisiert werden, um vor allem Pendler und andere Fremdparker vom Gelände fernzuhalten. Das Vorhaben ist als Pilotprojekt gedacht und könnte später auch auf weitere Bäder übertragen werden.
Hintergrund ist die zunehmende Belastung des rund 60 Stellplätze umfassenden Parkplatzes. Nach Angaben von Sportwelt-Geschäftsführer Johannes Zejfer und Revierpark-Leiter Jens Röhmer wird dieser immer häufiger von Personen genutzt, die nicht das Hallenbad oder die angrenzenden Einrichtungen besuchen. Mitarbeitende und Badegäste hätten dadurch regelmäßig Schwierigkeiten, einen freien Stellplatz zu finden. Die Situation sei besonders angespannt, da sich in unmittelbarer Nähe auch ein Tennisverein, ein Restaurant und ein Krankenhaus befinden.
Digitales Parksystem
Vorgesehen ist ein digitales System mit Kennzeichenerfassung beim Ein- und Ausfahren. Berechtigte Nutzergruppen wie Badegäste, Beschäftigte oder angemeldete Vereine sollen weiterhin kostenlos parken können. Unberechtigtes Abstellen von Fahrzeugen würde hingegen mit einer Vertragsstrafe von 45 Euro geahndet. Für die Sportwelt selbst entstehen laut Röhmer keine Kosten: Die beauftragte Firma übernimmt Installation und Betrieb und refinanziert das System über die Einnahmen aus Verstößen.
Für Badegäste soll die Nutzung unkompliziert bleiben. Beim Lösen eines Tickets am Automaten wird das jeweilige Kennzeichen freigeschaltet. Voraussetzung ist allerdings, dass die derzeit defekten Automaten wieder instand gesetzt werden. Regelmäßige Nutzer wie Kursleitungen, Vereinsvertreter oder die DLRG können ihre Kennzeichen dauerhaft hinterlegen, auch mehrere pro Person sind möglich.
Das System ist flexibel ausgelegt. So lassen sich zeitlich begrenzte Aufenthalte definieren, etwa für Eltern, die ihre Kinder zu Schwimmkursen bringen. Auch Schulbusse, Lieferfahrzeuge oder Vereinsgruppen können dauerhaft freigeschaltet werden. Zudem erkennt die Technik automatisch unterschiedliche Fahrzeugtypen wie Pkw, Busse oder Lkw. Während Schließzeiten des Hallenbads kann der Parkplatz vollständig freigegeben werden.
Ähnliche Erfahrungen hat die Sportwelt bereits am Parkplatz des Revierparks Wischlingen gesammelt, dort bislang vor allem im Zusammenhang mit Großveranstaltungen. Befürchtungen, das digitale System könne langfristig zu einer generellen Bezahlpflicht führen, wiesen Zejfer und Röhmer zurück. Eine wirtschaftliche Nutzung sei weder aktuell noch perspektivisch geplant. Ziel sei ausschließlich die Entlastung der Parksituation, nicht die Erzielung von Einnahmen.
Auch angrenzende Nutzer wie der Tennisverein sollen bei Bedarf entsprechende Berechtigungen erhalten. Eine generelle Freigabe für größere Bereiche Lütgendortmunds sei jedoch nicht vorgesehen.
Wann das neue Parksystem tatsächlich in Betrieb geht, ist noch offen. Bezirksbürgermeister Andreas Lieven (SPD) betonte in der Sitzung der Bezirksvertretung Lütgendortmund am 9. Dezember, dass insbesondere die Freigabe des Parkplatzes während der Schließzeiten des Hallenbads ein wichtiges Signal für Anwohner und Vereine sei.

















