Ob sich noch jemand der Lebenden an die letzte durch Kley ziehende Prozession erinnern kann? Am 22. Juni jedenfalls war es wieder soweit, wurden doch die drei neuen Glocken der St. Martin-Gemeinde geweiht und feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Und siehe da: Nach einem bisschen mehr öffentlichen gesellschaftlichen Leben als in den vergangenen Jahren stand offenbar so manchen Kleyern der Sinn. Jedenfalls reihten sich auf der Route vom Heim der Freiwilligen Feuerwehr an der Kleybredde zur Kirche am Kleyer Weg 91a sicherlich etwa 200 Menschen ein – unter ihnen neben etlichen Kleyer Bürger*innen Mitglieder des Löschzugs, aber etwa auch örtlicher Schützen- und Heimatverein oder das Bläserensemble „367 Hertz“ sowie die „Blauen Jungs“ aus Herne. Auch ökumenische Unterstützung aus der Nachbarschaft gab es erfreulicherweise, und sowohl das nahe CJD als auch die Pfadfinder halfen mit Equipment aus.
Mit Dr. Harald Rein schließlich durften alt-katholische Gemeinde und Gäste auch einen „waschechten“, wenngleich emeritierten Bischof vor Ort begrüßen. Der Bochumer war kurzfristig für seinen erkrankten Amtskollegen eingesprungen. Der nahm dann im Zusammenspiel mit Pfarrer Robert Geßmann auf dem Platz hinter der Kirche die eigentliche Weihe vor. Etwas dauern wird es noch, bis das Glockentrio an seinem endgültigen neuen Arbeitsplatz Station machen wird, denn ihren Glockenturm muss die Martinsgemeinde erst noch in Angriff nehmen: „Sobald wir die notwenigen offiziellen Genehmigungen beisammenhaben, terminieren wir den Spatenstich“, verspricht Robert Geßmann. Von Termindruck war nach Ende des offiziellen Teils am 22. Juni am Kleyer Weg erfreulich wenig zu spüren, noch bis etwa halb acht saß man also zusammen und feierte dieses „Gemeindefest aus besonderem Anlass“, das ein Stückchen gesellschaftlichen Lebens in den Ort zurückbrachte.

















