Das ist ja mal ein seltenes Konstrukt: „Prados – Burger und Grill“ steht nach wie über dem Eingang des Ladenlokals am Martener Bärenbruch. Tritt man aber über die Schwelle, steht man unversehens vor einer Kühltheke mit erlesenen sizilianischen Köstlichkeiten. Die sind ganz überwiegend das Werk von Aldo Rifati, der in diesen Tagen mit der Eröffnung des „Prados Il Siciliano Dolce e Salato“ quasi sein Martener Comeback gefeiert hat.
Die Geschichte dahinter geht so:
Schon 2021 hatte der heute 50-Jährige mit dem „Il Siciliano“ kulinarisch ein Stückchen Sizilien in den Dortmunder Westen geholt, damals auf einen Mix aus Partyfood und Gebäck gesetzt und offenbar einen schnell anwachsenden Kreis von Kunden überzeugt. Ausgerechnet aber, als die Sache so richtig rund lief, streikte Aldos Gesundheit. Zwei Jahre lang blieben die Türen am Bärenbruch verschlossen, dann wurde Aldos Sohn Alfredo mit seiner Gastro-Idee beim Papa vorstellig. Der glaubte zunächst, seinen Ohren nicht zu trauen: Burger? Als Sizilianer?? Letztlich ließ sich der Vater dann aber doch überzeugen, dass der Sprössling sehr genau wusste, was er tat. Prados Burger etablierten sich zügig in Marten und Umgebung, wobei beiden Rifatis klar war, dass auch Aldo seine Gastro-Träume noch nicht endgültig ad acta gelegt hatte.
Der 50-Jährige brennt ganz im Gegenteil mittlerweile wieder vor Tatendrang und ist mischt deswegen seit wenigen Tagen kulinarisch in Marten erneut mit. „Il Siciliano“ heißt sein Betrieb, der den Kunden sowohl sizilianische Gebäckspezialitäten als auch kleine, herzhafte süditalienische Snacks anbietet. „Gibt es so weit und breit kein zweites Mal“, betont der Inhaber selbstbewusst. “Zumindest bin ich hier in Dortmund noch nie an einem ähnlichen Laden vorbeigekommen“. Einem Restaurant also, in dem Cannoli, Arancini, Focaccia & Co. in einer derartigen Bandbreite und handgefertigt angeboten werden.
Um das wirtschaftliche Risiko ein klein bisschen abzufedern, hat sich der Gastronom 2026 einen Kooperationspartner mit ins Boot geholt: Nunzio Pappalardo, Sizilianer wie sein Dortmunder Branchenkollege, führt in Köln das „Il Siciliani Dolce e Salato“. Der Kontakt kam dabei auf eine Art zustande, wie es – womöglich – bei deutschen Restaurantbetreibern eher selten der Fall sein dürfte. Obwohl es uns die Sesamstraße doch bereits vor Jahrzehnten gepredigt hat: Einfach mal fragen!
Jedenfalls wurden sich die beiden Landsleute im Nu einig und greifen sich jetzt bei der Zubereitung der Spezialitäten gegenseitig unter die Arme.
Eine andere Sache aber macht Aldo Rifati Sorgen, wie er zugibt: Die auf Jahre ausgelegte Straßensperrung zwischen Marten und Kirchlinde würde sich – darauf war man vorbereitet – in der Kasse bemerkbar machen., ob wohl sie das Ladenlokal der Rifatis im Grunde gar nicht von der Außenwelt abschneidet: Knurrende Mägen müssen ab dem „Martener Abzweig“ eigentlich nur einen winzigen Schlenker fahren. Aber „aus den Augen, aus dem Sinn“ ist nun mal mehr als ein Sprichwort.
„Die Folgen spüren wir deutlich“, seufzt Rifati und weist noch einmal darauf hin, dass man aus Richtung Marten so gut zu erreichen sei wie eh und je.
Der Eröffnungstag immerhin macht dem 50-Jährigen Hoffnung: Da „brummte“ es am Bärenbruch 4 wie in den besten Zeiten. Zumindest bis Ende des Jahres möchte der Gastronom das ungewöhnliche „Untermiete“-Konzept im Prados-Grill noch beibehalten. Konkret heißt das: Jeweils von Donnerstag bis Sonntag kann man sich durch die Palette sizilianischer Spezialitäten probieren. Sollte man, wie Aldo hofft, im Dezember wirtschaftlich wieder auf tragfähigeren Füßen stehen, steht 2027 das echte sizilianische Comeback in Marten an und das „Prados “ wandelt sich vollends ins „Il Siciliano“. Mit seinem Sohn, versichert Aldo Rifati im Übrigen, ist in dieser Hinsicht alles geklärt!

















