Ob Lütgendortmunds Dorffest in der diesjährigen Wetterlotterie nun eine Niete oder letztendlich doch einen Gewinn gezogen hat: Ansichtssache! Tatsache ist, dass Dortmund sowohl am Auftakt-Freitag als auch tags drauf so weit von Frühlingsstimmung entfernt war wie schon seit vielen Wochen nicht, was selbstredend auch auf die Feierstimmung im Dorf durchschlug. Das Glas also mindestens halbleer, die Regentonnen randvoll – aber einen Trumpf steckte mit dem abschließenden Sonntag inklusive des Festumzugs schließlich noch im Lüdo-Ärmel. Auch dieser schien dann allerdings verspielt, als sich um kurz vor zwei die himmlischen Schleusen mit Karacho öffneten. „Noch um zwei Uhr“, gestand Wachleiter Uwe Wallrabe, „haben wir für möglich gehalten, dass wir alles absagen müssen.“
Wer konnte, flüchtete sich ins Trockene, der Rest war Hoffen und Bangen. Und siehe da: Nicht vergeblich! Auf den letzten Drücker nämlich, um etwa halb drei, ließ sich der Wettergott besänftigen und schickte sämtliche dunklen Wolken weiter.
Als sich der bunte Lindwurm um 15 Uhr am I. Westfeld mit Musik in Bewegung setzte, mag der eine oder andere noch Wasser in den Schuhen gehabt haben – die Freude über das knappe Happy End überwog im Zug auf ganzer Länge und wuchs sicherlich noch im Laufe des Marsches. Denn augenscheinlich waren auch viele Zuschauer nach dem „Prinzip Hoffnung“ verfahren, und nach und nach füllten sich die Straßenränder. Ab der Lütgendortmunder Straße dann war ein Unterschied zu sonnigeren Jahren eigentlich kaum noch zu erkennen, zumal jetzt auch der blaue Himmel mehr und mehr die Oberhand gewann. Gab es jetzt noch Regenschauer, bestanden die aus „Kamelle“ und versetzten den Nachwuchs in Euphorie. Wer wiederum die Kinderjahre hinter sich hatte, wurde im Notfall vom Team des Heimatmuseums mit einem Frischgezapften versorgt: Dort konnte man nach einjähriger reparaturbedingter Zwangspause 2025 nämlich wieder mit dem Retro-Trecker samt Planwagen und Zapfanlage auf Tour gehen.
Erfreulich lang war er zudem anno 2025, der Lütgendortmunder Festumzug. Vom “Kunterbunten Markt” entlang der Limbecker Straße allerdings lässt sich das leider nicht mehr behaupten: Will das Dorffest die Menschen auch in Zukunft anlocken, muss hier künftig sicherlich dringend draufgesattelt werden.
Doch wie dem auch sei: Einmal zum Festumzug aufgebrochen, blieben die Gäste ihrer Party im Dorf anschließend natürlich auch treu und bescherten der Veranstaltung ein versöhnliches Ende mit Speis, Trank, gemütlichen Pläuschchen und genau dem Gemeinschaftsgefühl, für das das Dorffest vor über 40 Jahren ins Leben gerufen wurde.

















