Mitten im historischen Ambiente der Zeche Zollern in Dortmund-Bövinghausen wird derzeit kräftig gegraben, geschleppt und gepflanzt. Schülerinnen und Schüler der Droste-Hülshoff-Realschule aus Kirchlinde gestalten gemeinsam mit dem Landschaftsgärtnerbetrieb Boymann den dortigen Arbeitergarten neu – und machen ihn langfristig nutzbar.
Begonnen hatte alles im Jahr 2023. Damals übernahm der Hauswirtschaftskurs der Jahrgangsstufe 9 den Garten. Weil in der Schulküche nur Platz für 15 Kinder ist, suchte die andere Hälfte der Klasse nach einer sinnvollen Aufgabe – und fand sie zwischen Beeten und Gartenwerkzeug. „Wo kommt denn unser Gemüse und Obst eigentlich her?”, bringt Lehrerin Tanja Schwarz die Leitfrage auf den Punkt. So entstand auf der rechten Gartenseite eine Vier-Felder-Wirtschaft mit Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Zucchini, die die Jugendlichen über das ganze Jahr hinweg pflegen, gießen und versorgen – auch während der Ferien.
Doch der Garten sollte mehr werden. Ein Teil war verwachsen, und es fehlten ein Tisch zum Vorführen sowie eine Bank zum Verschnaufen. Daraus entstand die Idee, den nahegelegenen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb Boymann um Unterstützung zu bitten. Der Galabauer sagte zu – nicht zuletzt mit Blick auf die Neuntklässler, die 2027 in die Ausbildung gehen.
Profis und Auszubildende zeigen, wie es geht
Über mehrere Tage hinweg arbeiteten rund zehn Schülerinnen und Schüler an zwei Wochen gemeinsam mit Boymann. Dieser stellte dafür Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr. Sie zeigten den Jugendlichen die nötigen Tricks und Handgriffe, um den Garten entsprechend anzulegen und zu bearbeiten.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es wurden Randsteine gesetzt und zwei große Beete angelegt, ein Weg aus Naturstein entstand ebenso wie eine Terrasse, die die Schülerinnen und Schüler gemeinsam bauten. Als Nächstes folgen ein Gewächshaus und ein Kompost, außerdem muss noch die Bewässerung installiert werden. An weiteren Projekttagen im Juli soll es deshalb weitergehen, damit der Garten anschließend dauerhaft von der Schule genutzt werden kann. Lehrerin Tanja Schwarz besucht den Garten mit ihrem Hauswirtschaftskurs regelmäßig zur Pflege. Zum Programm gehören dann auch die täglichen Arbeiten wie Rasenmähen, Unkrautzupfen und Gießen.
Garten mit Berufsperspektive
Für Boymann ist das Projekt mehr als ein gutes Werk. Der Betrieb betreut die Zeche Zollern seit Jahren in der Gartenpflege und ist dort langjähriger Partner. Schon mehrere Auszubildende fanden über die räumliche Nähe den in den Betrieb, einer hat seine Ausbildung bereits abgeschlossen. Ausbildungsleiter Max Schulze macht aus dem Hintergedanken keinen Hehl: „Wir erhoffen uns da natürlich Nachwuchs durch, das muss man ganz klar so sagen.” Das gemeinsame Anpacken im Garten ist damit auch eine Gelegenheit, herauszufinden, wer Lust auf Handwerk und gärtnerische Tätigkeiten hat. So wächst an der Zeche Zollern nicht nur Gemüse – sondern vielleicht auch die eine oder andere berufliche Zukunft.
















