Beim April-Monatstreffen des Heimatvereins Bodelschwingh & Westerfilde e. V. war Bastian Pütter vom Verein bodo Dortmund e. V. als Referent zu Gast. Als Redaktionsleiter ist er mit einer kleinen Redaktion aus Journalistinnen und Journalisten, unterstützt von freiberuflichen FotografInnen und AutorInnen maßgeblich an den monatlich erscheinenden 20.000 Exemplaren des Straßenmagazins „bodo“ beteiligt.
Die Zeitschrift „bodo“ gibt es nur auf der Straße zu kaufen. Verkauft wird sie von wohnungslosen und in und Armut lebenden Menschen, die in tiefen Krisen ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Wer VerkäuferIn des Straßenmagazins werden will, muss sich zur Einhaltung gewisser Regeln verpflichten.
„Wir erstellen einen Verkäuferausweis, suchen gemeinsam einen Verkaufsplatz aus und geben zehn Magazine zum Start. Wer weitermachen möchte, kauft in unseren Ausgabestellen in Bochum, Dortmund, Witten und Hagen Magazine für 1,75 Euro und verkauft sie auf der Straße für 3,50 Euro. Die Erstausgabe erschien im Februar 1995“, erklärte Bastian Pütter.
Anhand eines bildunterstützten Vortrages gab er einen lebendigen Einblick in die wertvolle Arbeit des gemeinnützigen Straßenmagazins, das sich in Dortmund und Bochum mit großem Engagement für Menschen in schwierigen Lebenslagen einsetzt.
Im Mittelpunkt standen dabei die Alltagssituationen der wohnungslosen und armutsbetroffenen Menschen – und die Frage, wie Wege aus der Obdachlosigkeit aussehen können. „Wir beraten und begleiten, oft im Verbund mit Fachstellen und anderen Akteuren der Wohnungslosenhilfe. Unsere Anlaufstellen stehen allen offen. Hier gibt es ein kostenloses Frühstück, Computer zur freien Benutzung, ein großes Angebot an warmer Kleidung und an Schlafsäcken. Sie sind Orte für die Beratung, aber auch zum Aufwärmen, zum Ausruhen und zum Austausch. Auf regelmäßigen Touren versorgen wir Obdachlose mit „Kaffee und Knifte“, Schlafsäcken und Hygieneartikeln, bauen Vertrauen auf und informieren über die Hilfsangebote“, berichtete der Referent.
Der Verein bietet in Dortmund und Bochum eineinhalbstündige soziale Stadtführungen an: Wie verbringen eigentlich Menschen auf der Straße ihren Tag? Wo halten sie sich auf, welche Angebote und Hilfen gibt es? Auf dem Weg liegen Übernachtungsstellen, Suppenküchen, Tageseinrichtungen. Auf dem Rundgang werden die Teilnehmer nicht zu Voyeuren, sondern geraten ins Staunen über die unbekannte Seite ihrer Städte und über das Erfahrungswissen der Stadtführer.
Bodo e. V. betreibt in der Dortmunder Innenstadt (Schwanenwall 36 – 38) und in Bochum-Ehrenfeld Buchläden mit modernem Antiquariat und bietet damit ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt mit vernünftig entlohnten Arbeitsplätzen – ohne staatliche Regelförderung an. Gebrauchte Belletristik, Kinderbücher, Sach- und Fachbücher, Ratgeber, Antiquarisches, Spiele, CDs, LPs und DVDs werden gerne während der Öffnungszeiten als Spenden angenommen und in den gemeinnützigen Buchläden, auf Buchmärkten und auf den großen Antiquariats- und Buchportalen online verkauft. Nur einwandfreie, oft sogar neuwertige Bücher, Medien und Spiele kommen in den Verkauf.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen konnte der Vortragende auch von einigen sehr erfreulichen Begebenheiten berichten, z. B. wie bodo-Zeitschriftenverkäufer wieder eine eigene Wohnung beziehen konnten oder eine neue Arbeitstelle gefunden haben.
Am Ende seines Vortrages beantwortete der Referent noch zahlreiche Fragen aus dem Auditorium zu diesem doch sehr kompakten und vielseitigen Thema.
Kontakt
bodo e.V.
Schwanenwall 36 – 38
44135 Dortmund
Tel. 0231 – 950 978 0
Buchladen Dortmund
Annahme von Buchspenden Mo bis Fr 10 bis 16 Uhr, Sa 10 -14 Uhr

















