Um den Kriegswirren der Balkankriege zu entfliehen, kam Gazmend Shabani 1992 aus dem Kosovo nach Haltern am See, wo der gelernte Elektriker im dortigen „Eiscafé Dolomiti“ Arbeit fand. Im Jahr 1994 lernte er seine aus Portugal stammende Frau Marcelina kennen, die er drei Jahre später heiratete. 2010 wurde ihr Sohn geboren und 2012 kam die Tochter zur Welt.
2008 übernahm er dann als Inhaber das gleichnamige „Eiscafé Dolomiti“ am Mengeder Markt. In dem Familienbetrieb, der nur über Weihnachten für drei Wochen und in den Herbstferien für eine Woche geschlossen hat, unterstützen ihn seine Ehefrau Marcelina, Bruder Fikret, Cousine und Nichten beim täglichen Betriebsablauf. Dass der Betreiber und sein Bruder Fikret das Eis vor Ort selber herstellen, wissen die wenigsten. Die Milch bekommt er von einem lokalen Landwirt und die weiteren Zutaten kauft er auf dem Mengeder Wochenmarkt nebenan sowie bei einem Großhändler. Seine Maschinen zur Eisherstellung standen anfangs im Obergeschoss des Hauses, konnten aber erfreulicherweise einen Platz im Erdgeschoss finden. Neben 26 Milcheis- und 10 Fruchteissorten, die in den vielfältig angebotenen Eisbechern zu finden sind, hat das Eiscafé Dolomiti aber auch noch diverse andere Leckereien wie Kaffeespezialitäten, Crêpes, verschiedene Waffelvarianten und ein abwechslungsreiches Frühstücksangebot zu bieten.
Gazi (von Gazmend), wie ihn seine Stammkunden liebevoll nennen, ist nicht nur wegen seiner freundlichen, humorvollen und offenherzigen Umgangsform bei seinen Gästen sehr beliebt. Dass er nicht nur köstliches Eis herstellen kann, stellt er manchmal unter Beweis, wenn er einige seiner Stammgäste nach Dienstschluss ganz privat zu einem Überraschungs-Dinner einlädt – und manchmal endet ein gemütlicher Kaffeeklatsch auch schon einmal in eine fröhliche Eissalon-Party.
Viele seiner Stammkunden kommen fast täglich und für sie ist das „Dolomiti“ so etwas wie ein „zweites Wohnzimmer“ geworden. In einer Ecke der durch die großen Panoramascheiben lichtdurchfluteten Gelateria steht ein farbiges Großportrait von Mutter Teresa, der berühmten Friedensnobelpreisträgerin aus Skopje in Nordmazedonien, auf das er besonders stolz ist. „Sie wurde in der Nähe meines Heimatortes geboren und hat in ihrem Leben viel Gutes geleistet“, erklärt Gazmend Shabani.
Seine Liebe zu seiner Wahlheimat Mengede zeigt Gazmend Shabani auch in seiner Verbundenheit zu den lokalen Sportvereinen. Sechs Mannschaften hat er in der Vergangenheit mit einem vierstelligen Betrag für neue Trikots und Spielgeräte unterstützt. Sein soziales Engagement für den Stadtteil Mengede stellte er auch unter Beweis, als er im Sommer 2021 eine beispiellose Aktion der Schragmüller-Grundschule in Oestrich finanziell unterstützte. Schulleiter Jens Emanuelsson hatte damals alle 240 Schüler seiner Schule zu einem Gratiseis eingeladen, weil sie durch ihr vorbildliches Engagement und Durchhaltevermögen, ohne zu klagen, die Entbehrungen während der Corona-Pandemie gemeistert hatten.
Bei BVB-Heimspielen ist Gazi eher selten in seinem Eiscafé anzutreffen, denn dann sitzt er als Dauerkarteninhaber im Stadion und feuert seine Borussen an.

















