Die diesjährige Kranzniederlegung zum Volkstrauertag fand traditionsgemäß um 12 Uhr am Denkmal der gefallenen Soldaten am Platz der Begegnung zwischen Adalmund- und Jonathanstraße statt.
Eingeladen hierzu hatte der Heimatverein Mengede, viele seiner Mitglieder hatten sich auch eingefunden. Anwesend waren aber auch Kameraden der Reservistenkameradschaft Dortmund- Nordwest, des Bergbauunterstützungsvereins sowie des Mengeder Schützenvereins.
Neben Ansprachen von Pfarrerin Stephanie Lüders sowie Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann wurde die Veranstaltung musikalisch vom Bläserchor der ev. Noah-Gemeinde umrahmt.
Man darf feststellen: Die Kranzniederlegung war durch den Heimatverein Mengede hervorragend vorbereitet und angemessen durchgeführt, die große Teilnehmerschar gab dieser Veranstaltung den erhofften würdigen Rahmen!
Ansprache am Volkstrauertag von Pfarrerin Stefanie Lüders:
Liebe Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil,
als Vertretende der Kirchen grüße ich Sie und Euch: Der Friede Gottes sei mit uns allen.
Wir beten gemeinsam für den Frieden. Und tun dies in Verbundenheit mit vielen Menschen.
Im Mai diesen Jahres war ich in Kreisau in Polen.
Dort fand eine europäische Tagung statt mit Vertretenden der Kirchen aus Westfalen / Deutschland, aus Polen, Italien und Ungarn, aus der Ukraine und aus Rußland.
Wir hörten von dem Leid des Krieges auf beiden Seiten und haben das miteinander ausgehalten.
Wir haben füreinander und für die Menschen auf beiden Seiten des Krieges in Europa gebetet.
Für die Mutter aus der Ukraine, die um ihre Tochter trauert. Für den Vater aus Rußland, der um seinen Sohn trauert. Unsere Aufgabe als Kirchen ist es für alle Menschen beten, die Opfer der Kriege sind, unabhängig davon auf, welcher Seite des Krieges sie stehen, sie leben, sie sterben, zu beten.
Der Gott des Friedens für alle Menschen kann uns helfen, dies miteinander und füreinander zu tun. Unser gemeinsames Thema bei diesem europäischen Treffen war „Krieg – Frieden – Versöhnung!“.
Unser Ort war Kreisau, wo sich während des 2. Weltkrieges eine Gruppe von Menschen aus dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten getroffen hat.
Eine kleine Gruppe, der sogenannte Kreisauer Kreis, verband eine große gemeinsame Vision,
von Frieden in Europa, in der Welt, für die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Kirchliche Vertreter waren insbesondere angefragt, zu sozialen Fragen mitzuarbeiten. Alles zu einer Zeit, als Frieden kaum vorstellbar war.
Am 12. November 1989 fand in Kreisau die symbolträchtige Versöhnungsmesse mit Kohl, und dem polnischen Ministerpräsidenten Mazowieki statt. Nach der Wende, als der Traum von einem wiedervereinigten Deutschland und Europa endlich wahr wurde.
Halten wir heute an unserem Traum, unserer Vision von Frieden in Europa und in Welt fest,
in einer Zeit, in der erneut Frieden in Europa und der Welt kaum vorstellbar ist. 3 Jahre nach dem Beginn des Angriffskrieges Rußlands gegen die Ukraine.
Die zwei Weltkriege, die Deutschland begonnen hat, brachten Leid über andere Völker und über unser Volk. Dank all denen, die all die Jahre sich kontinuierlich engagiert haben, auch hier im Stadtteil Mengede an Volkstrauertag an die Schrecken dieser Kriege zu erinnern. Es ist und bleibt wichtiger denn je, gemeinsam für den Frieden zu beten. Mit allen Menschen guten Willens,
mit allen Menschen jüdischen, christlichen und islamischen Glaubens.
Unser Respekt an Volkstrauertag gilt heute insbesondere den Soldaten und Soldatinnen, die heute unsere Demokratie verteidigen und für Frieden und Sicherheit in Europa und weltweit sorgen. Und vergessen wir nicht die jungen Menschen, die zivilen Friedensdienst für ein Jahr weltweit machen. Gewaltloses Lösen eines Konfliktes hat in der Nachfolge Jesu immer Vorrang.
Und beten wir auch für die so schnell vergessenen Menschen an den Orten weltweit, in denen Krieg herrscht, die gerade nicht zuerst in den Schlagzeilen zu finden sind. Menschen, die auch unsere Aufmerksamkeit und unser Gebet brauchen.
Lasst uns Versöhnung suchen über allen Gräbern und nach dem Weg zum Frieden suchen,
der so schwer und doch so nötig zu finden ist. Lasst uns alle kleine Schritte des Friedens gehen, wo wir können.
Lasst uns nicht müde werden, an der Vision von Frieden für Europa und die ganze Welt festzuhalten, uns dafür mit Anderen verbinden. Lasst uns nicht müde werden, dafür zu arbeiten und dafür zu beten, dass Frieden werde überall auf der Erde.
Dazu helfe uns Gott!
Amen

















