Kirchen, Mühlen, Fachwerkhäuser und die Emscher, die mitten durch den Ort fließt: So sah Mengede um 1826 aus. Seit Kurzem lässt sich das alte Dorf auf dem Vorplatz des Heimathauses nicht nur betrachten, sondern auch ertasten. Am Freitag (25. September) hat der Heimatverein Mengede sein neues Bronzemodell offiziell vorgestellt.
„Vor einem Jahr, auf den Tag genau, haben wir hier gestanden, ohne das Modell, und haben uns gewünscht, dass es schön wird“, sagte Hans-Ulrich Peuser, Vorsitzender des Heimatvereins. Zwölf Monate habe man gewartet, vor rund vier Wochen sei das Werk fertig geworden. Seit etwa zehn Tagen steht es nun auf seinem Platz. Geschaffen haben das Modell Felix Broerken und sein Vater aus Münster. Die beiden Künstler, hatten den Ortskern zunächst aus Styropor vorgefertigt. In mehreren Treffen glichen sie ihre Entwürfe mit dem Heimatverein ab.
Altes Stadtbild zum Leben erweckt
Wer sich über das Modell beugt, entdeckt vieles, was heute verschwunden ist. Vor dem Fachwerkhaus stand damals die erste, kleine katholische Kirche, die später abgerissen wurde. Die heutige katholische Kirche entstand erst vor rund 150 Jahren auf der gegenüberliegenden Seite. Zu sehen sind auch die Öl- und die Kornmühle, durch die die Emscher floss. Der Fluss verzweigte sich im Ort; am Hohen Teich, der seinen Namen daher hat, floss er ebenfalls vorbei. Auch an der Garnstraße gab es einen Teich. Von den Mühlen ist nur ein kleines Gebäude geblieben: der ehemalige Stall, der heute als Verwaltungsgebäude genutzt wird. Als Sockel dienen Findlinge, die eigens gesucht und mit Hilfe eines Vereinsmitglieds aufgesetzt wurden. Stahlgewindeschrauben verbinden das Modell von unten fest mit dem Stein. Bewusst habe man das Modell zudem so gestaltet, dass auch sehbehinderte Menschen es ertasten können.

Finanziert wurde das Projekt aus dem Heimatfonds des Landes NRW, vermittelt über die Stadtverwaltung, sowie mit Unterstützung der Sparkasse Dortmund und der Dortmunder Volksbank. Damit das Modell im öffentlichen Raum stehen darf, schloss der Heimatverein eine Sondernutzungsvereinbarung mit dem Grünflächenamt der Stadt. Rund vier Quadratmeter fallen nun in die Verantwortung des Vereins, denn der Platz ist, auch wenn man es ihm nicht ansieht, formal als Grünfläche gewidmet. Bei Festen stört das Modell nicht: Zelte und Grillstände können weiterhin aufgebaut werden. Ein vergleichbares Stadtmodell gibt es in Dortmund bislang an der Kleppingstraße; es zeigt die Innenstadt innerhalb des Wallrings.
Der Standort abseits des Marktplatzes ist bewusst gewählt: Das Modell steht im historischen Bereich des Ortes, direkt am Heimathaus.Die ersten Reaktionen fallen jedenfalls begeistert aus. „Alle, die es zum ersten Mal sehen, sagen erst einmal: Wow, toll“, so Peuser. Und wer genauer hinschaut, erkennt manches Haus, das bis heute das Ortsbild prägt. Das Modell zeigt Mengede im Jahr 1826 und passt damit gut ins Jubiläum: Genau 200 Jahre liegen zwischen dem dargestellten Dorf und seiner Enthüllung in Bronze.

















