Wo einst Lidl seine Kunden bediente, klafft seit über zwei Jahren eine Lücke im Bodelschwingher Geschäftszentrum. Zwar steht mittlerweile fest, dass Rossmann die Nachfolge antritt – doch der Weg dorthin war lang, und selbst der aktuelle Eröffnungstermin stand zwischenzeitlich auf wackligen Beinen.
Bezeichnend für den holprigen Verlauf: Auf den Schaufensterfolien des künftigen Marktes war zunächst der Juli als Eröffnungsmonat zu lesen. Wenige Tage später musste dieses Datum bereits wieder korrigiert werden – nun ist offiziell nur noch vom vierten Quartal die Rede. Ein Termin, der kaum genannt wurde, war schon wieder überholt. Für Anwohner, die seit Monaten auf greifbare Fortschritte warten, ist das ein weiteres Signal, dass Zusagen in diesem Fall mit Vorsicht zu genießen sind.
Die lange Vorgeschichte des Aufschubs
Der eigentliche Leerstand reicht deutlich weiter zurück als das aktuelle Hin und Her um den Eröffnungstermin. Lidl gab seine Filiale bereits Ende April 2024 auf; nach einem stark frequentierten Abverkauf blieb das Gebäude an der ehemaligen Zeche Westhausen anschließend monatelang dunkel. Erst rund zehn Monate später, im Februar 2025, bestätigte die Eigentümerin offiziell, dass ein Nachmieter feststeht.
Doch auch nach dieser Bestätigung zog sich die Sache erneut hin. Statt zügig zu öffnen, verging über ein weiteres Jahr, bis überhaupt sichtbare Bauarbeiten den bevorstehenden Einzug ankündigten. Grund dafür waren umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen: Brandschutzauflagen mussten erfüllt und die Ladenfront komplett umgebaut werden. Der alte Vorbau mit der ehemaligen Bäckerei wich einer durchgehenden Glasfront, wie sie für Rossmann-Filialen typisch ist – inklusive Bauantrag, Architekt und Statiker. Solche Umbauten brauchen Zeit, keine Frage. Doch für Kundschaft und Nachbargeschäfte bedeutete das vor allem eines: weiter warten.

Sichtbare Fortschritte kamen spät
Bezeichnend ist auch das Tempo der äußerlich erkennbaren Bauphase. Erst Anfang April – gut zwei Jahre nach der Lidl-Schließung – deuteten Pflasterarbeiten vor dem Gebäude überhaupt darauf hin, dass sich dem Ende der Modernisierung genähert wird. Bis dahin hatten Planen die neue Schaufensterfront verdeckt, ohne dass für Außenstehende ein konkreter Fortschritt erkennbar war. Zwischen der offiziellen Bestätigung des Nachmieters und den ersten sichtbaren Anzeichen einer baldigen Eröffnung lagen also erneut gut anderthalb Jahre.
Für das Bodelschwingher Geschäftszentrum ist die lange Hängepartie nicht folgenlos geblieben. Schon unmittelbar nach der Lidl-Schließung äußerten Kundinnen und Kunden den Wunsch nach einem Drogeriemarkt als Ersatz – ein naheliegender Gedanke angesichts der Nachbarschaft zu NKD, Aldi und Rewe Teupe. Doch bis dieser Wunsch erfüllt wird, mussten Anwohnerinnen und Anwohner deutlich länger auf ein vollständiges Nahversorgungsangebot verzichten als nötig gewesen wäre, wäre die Nachnutzung zügiger organisiert worden.
Besonders ins Gewicht fällt der Zeitverzug für die Bewohnerschaft der benachbarten Belia-Seniorenresidenz, die erst im Januar 2026 eröffnete – während der Rossmann-Umbau nebenan noch lief. Ausgerechnet die Gruppe, für die kurze Wege zur Grundversorgung besonders wichtig sind, musste den Leerstand am längsten miterleben.

















